
Zum zweiten Mal legen wir ein "Volksentscheid-Ranking" der 16 Bundesländer vor. Für diesen Demokratie-Test haben wir die Gesetze für kommunale Bürgerentscheide und landesweite Volksentscheide in den Ländern unter die Lupe genommen und verglichen.
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Volksentscheidsranking von 2003 (pdf - 44 Seiten - 340 kB) ALTE VERSION
| Gesamt | Landesweit | Kommunal | ||
|---|---|---|---|---|
| 1. / 2. | Berlin | 2,55 | 3,8 | 1,3 |
| Bayern | 2,55 | 3,4 | 1,7 | |
| 3. | Hamburg | 3,1 | 4,7 | 1,5 |
| 4. | Nordrhein-Westfalen | 3,5 | 3,7 | 3,3 |
| 5. / 6. | Schleswig-Holstein | 3,6 | 4,0 | 3,2 |
| Sachsen | 3,6 | 3,7 | 3,5 | |
| 7. | Hessen | 4,0 | 4,5 | 3,5 |
| 8. | Niedersachsen | 4,15 | 4,1 | 4,2 |
| 9. | Brandenburg | 4,3 | 4,3 | 4,3 |
| 10. | Bremen | 4,4 | 4,8 | 4,0 |
| 11. | Sachsen-Anhalt | 4,55 | 4,1 | 5,0 |
| 12. | Mecklenburg-Vorpommern | 4,6 | 4,2 | 5,0 |
| 13. | Baden-Würtemberg | 4,65 | 5,3 | 4,0 |
| 14. / 15. | Rheinland-Pfalz | 4,8 | 4,1 | 5,5 |
| Thüringen | 4,8 | 4,1 | 5,5 | |
| 16. | Saarland | 5,5 | 6,0 | 5,0 |
Winter 2006/2007: Deutschlands direkte Demokratie entwickelt sich ständig weiter und zwar hin zu mehr Bürgerfreundlichkeit, doch in einem sehr langsamen Tempo. Dabei überwiegen die positiven Tendenzen: Immer mehr Bundesländer etablieren oder diskutieren bürgerfreundlichere Regelungen der Volksgesetzgebung. Zuletzt sorgte Berlin für Aufsehen, als der Stadtstaat innerhalb kürzester Zeit die Volksrechte in den Bezirken Berlins etablierte und sie auf Stadtstaatenebene bürgerfreundlich reformierte.
Auch die praktischen Erfahrungen mit dem oft noch unbekannten Instrument "Volksbegehren" nehmen ständig zu, da die Zahl von Volksinitiativen und Volksbegehren stetig wächst. Auf kommunaler Ebene wachsen die Erfahrungen sogar in den meisten Bundesländern noch schneller:
In Bayern zum Beispiel wird demnächst der 1000. Bürgerentscheid stattfinden.
Aber auch einige negative Tendenzen sind zu beobachten:
Zunächst gibt es da einige recht resistente Bundesländer, die sich durch eine jahrelange Reformunfähigkeit auszeichnen und offenbar nicht erkennen, wie wertvoll direkte Bürgermitsprache für die Demokratie und das Vertrauen in die Politik ist. Gleichzeitig wurden in Hamburg in den letzten Jahren direktdemokratische Regelungen verschlechtert und Ergebnisse von Volksentscheiden ausgehebelt, verändert oder ignoriert. Die allein regierende Hamburger CDU agiert alles andere als bürgerfreundlich. Doch ihr weht der Gegenwind bereits ins Gesicht: Klagen laufen und im Frühjahr 2007 finden zwei Volksbegehren statt, die sich für eine erneute Verbesserung der Volksrechte in der Hansestadt einsetzen.
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